Derzeit lese ich wieder mehr, als früher. Liegt wohl daran, dass Lesen für mich derzeit die kostengünstigste und stressfreieste Abwechslung zur Arbeit bietet. Derzeit lese ich das Buch von Dr. Peter Radtke "Der Sinn des Lebens ist es gelebt zu werden: Warum die Gesellschaft behinderte Menschen braucht".
Ich gebe zu, ein seher umstrittenes Buch in der Behindertenszene, falls man überhaupt noch von einer Behindertenszene reden kann. Er geht sehr kritisch mit vielen Themen rund um Behinderung, Selbstbestimmung, "Krüppelbewegung" und Pränetal Diagnostik um. Mit den meisten seiner Ansichten geh ich konform, aber als Frau würde ich wohl einiges anders sehen.
Es lohnt sich aber, das Buch zu lesen, denn es liest sich toll. Wie alle Bücher des "kleinen Peterle".....
Momentan ist es wie verhext. Die letzten Monate hab ich fast nur gearbeitet und wenn ich dann mal etwas Luft für mich hab, dann muss ich eher organisatorische Sachen erledigen. Ich sehne mich nach der Zeit, wo ich ausschlafen konnte und einfach mal einige Stunden nur mit sinnfreiem Rumsurfen verbringen konnte ...
Heute, an diesem wunderschönen Frühlingstag, gönnte ich mir einen kleinen Shoppingspaziergang. Ich eilte in das nachegelegene Klamottengeschäft und lieh mir - wie immer - das Maßband aus um Hosen abzumessen. Nachdem ich mich monatelang kasteit habe, hoffte ich natürlich, dass sich das Fasten auch ein bissl gelohnt hab.
Kurz zur Info:
Ich messe genau einen Meter und wog letztes Jahr noch 36,3 kg. Ich hatte zudem einen Tailienumfang von 92 cm, das wirklich enorm ist, bei meiner Größe und Gewicht.
Dann holte ich mir eine weiße Stoffhose mit den Maßen, die ich momentan besitze. Der derzeitige Tailienumfang ist 82 cm, also 10 cm weniger, als im letzten Jahr. Ich war gespannt ...
Ich nahm die Hose mit Heim - sicherheitshalber nahm ich die Rechnung mit, falls die Hose doch nicht passt, wie schon so oft ...
Ich probierte voller Vorfreude die Hose und ich war wirklich überrascht ... diese Stoffhose mit einem Tailienumfang von 80 cm passte wie angegossen. Ja, und ich konnte sogar noch atmen.
Ich hab vor lauter Freude einen riesen Schrei loslassen, dass mich meine Tierchen ganz irritiert angeschaut haben. Die werden sich gedacht haben "Jesses, und der sind wir ausgeliefert!"
Jedenfalls kann der Frühling und Sommer kommen. Jetzt muss ich nur noch meine Kondition stärken, denn ich merkte schon, dass mir selbst nach den kürzersten Strecken die Luft ausgeht.
Ma, Leuts ....... ich pass endlich wieder in eine 170er Hose ...
Endlich hab ichs geschafft, ein paar Bilder meines Zuwachses zu schießen:
Darf ich vorstellen ... Thittibu
und das ist unsere Kesari
Die beiden Damen sind wirklich zum Fressen süß und auch Kinkerlitzchen ist deren Charm total verfallen ...
Und so sieht deren Terrarium aus, wenns frisch gereinigt wurde. In den nächsten Wochen möchte ich aber ein größeres Terra kaufen, weil das 60er einfach zu klein ist. Sie haben einen enormen Bewegungsdrang und in dem kleinen Terra können sie zwar klettern, aber wirklich flitzen könnens ned.
Sie mögen es sehr, di Welt von oben zu betrachten. Ich habe bewußt den Fressbereich vom Spiel- und Schlafbereich getrennt. Denn die Körndln sollten nicht versandet werden. Obwohl ich ja im Buch gelesen hab, dass es völlig egal wäre, wenn ich das Futter in eine Schüssel gebe oder sie im Sand/Einstreu vertreile. Ich denke, natürlich ist sicher das Suchen nach dem Futter. Ich werde das beim nächsten Käfigreinigen beherzigen.
Hier habe ich versucht, durch das Klettergerüst zu fotografieren um ein bissl deren Perspektive zu verbildern.
Tja ... so ist das. Kaum geht man mal shoppen und schon nimmt man zwei Rennmäuschen mit. Gut, als Frau kommt das schonmal vor, dass man was anderes mitbringt, als man eigentlich vor hat zu kaufen, aber mit Rennmäusen hat nun wirklich niemand gerechnet - am aller wenigsten ich.
An einem schönen Montag holten Kinker und ich meine beiden kleinen Mädels. Eine beigefärbige und eine schwarze Rennmaus. Am Sonntag richteten mein Freund und ich noch das bei Ebay ersteigertes Terrarium ein mit allerlei Spielzeug und Behausungen. Ich wollte es halt vor allem gemühtlich haben. Ihr Standort ist das Schlafzimmer, denn dort kommen weder die Katzen hin, noch ist es geruchs- oder geräuschmäßig belastet.
Ich dachte mir, dass sie nachts recht laut wären, aber das sind sie gar nicht. Man hört sie nur ein bissl knupsern und scharren und da das Laufrad sehr leise ist, nimmt man wirklich von den Kleinen nicht viel wahr.
Wenn sie nimmer so scheu sind, werd ich auch ein paar Bilder machen. Heute hab ich schon das Terrarium geputzt und es fesch eingerichtet. Ist nicht nur eine super Spielwiese sondern auch fürs Auge.
Leider haben die Beiden noch keine Namen, aber das soll sich ja hoffentlich bald ändern ...
Achja und für alle die, die sich fragen, ob sich meine Katzen mit den Mäusen verstehen, kann ich nur sagen - sie sind sich noch nicht begegnet und das ist gut so ...
Es gibt Tage, die laufen einfach falsch und ich hab wieder mal was geschafft, was mir mit 17 das letzte mal gelungen ist: Aus dem Rollstuhl zu fallen. Nein, ist keine moderne Sportart und hört sich lustiger an, als es ist. Ist genauer genommen sogar sehr schmerzhaft ...
Heut Morgen läutete mein Wecker und ich taumelte schlaftrunken zum Rolli. Aber anstatt mich in den Rollstuhl zu heben, setzte ich mich neben ihn. Ich griff im Halbschlaf nicht an den Rolli, sondern zielte daneben hin, somit kippte ich über den Rolli seitlich hinunter. Dabei rutschte der Rolli leicht seitlich nach hinten, sodass die Ladung etwas unsanft war und ich mich nirgendmehr festhalten konnte.
Innerhalb einer Millisekunde war ich wach, wie noch nie im Leben zu vor.
Da saß ich nun, mit dem fast nackten Arsch (war ja noch in Nachgewandt) zwischen Wand und Bett und der Rolli blickte mich bösartig an. Dann teste ich meinen Bewegungsapparat, ob noch alles an ihrem Platz ist. Drehte meinen Kopf nach links und dann nach rechts ... knackt nichts, quietscht auch nix ... alles ok. Dann streckte ich meine Arme aus, hob sie nach oben und drehte sie ... tut nix weh ... sehr gut. Dann versuchte ich mich wieder in Richtung Bett zu bewegen und spürte einen zerrenden, aber leichten, Schmerz bei den Rippenbögen. Ok ... dachte ich. Nichts gebrochen nur gezerrt.
Als ich mich wieder ins Bett schleppte mit zitternden Knien dachte ich nur an eines "Shit, heut wieder kein Equalizent" ... Ich blieb dann ne Weile so liegen um mich wieder runter zu holen. Dann setzte ich mich auf und der Schmerz befand sich noch dort, wo ich ihn kurz nach dem Sturz gefunden hatte ... also strahlt nichts aus ... auch gut.
Ich griff nach dem Rollstuhl, starrte ihn an und sagte "Hör mal Freundchen, für 3500 € hätte ich mehr erwartet, also wage es nicht, nochmal wegzugleiten, sost wirst du morgen verschrottet." Und er blieb stehen und bewegte sich keinen Milimeter von seinem Platz.
Nachdem ich mich in den Rolli gehievt habe, fuhr ich ins Bad um zu schauen, ob ich nicht blaue Flecke hatte ... auch da war nix zu sehen ... Dann fuhr ich in die Küche und kramte meine Schmerzschublade aus. Machte mir Kaffee (der muss einfach sein) und legte mir zwei Parkemed und eine halbe Myolestan auf dem Dessertteller zum aufgedauten Kipferl. Was für ein Frühstück ...
Nachdem das Einserfrühstück in meinen Magen landete, starrte ich an die Decke und dachte mir "Meine Fresse, hast du Glück gehabt. Das wär ein Scherbenhaufen gewesen ..." und lache in mich hinein. Ich dachte an Gips und operative Stabilisierung meiner Knochen und wochenlanger Ausfall.
Dann wurde ich sehr müde und legte mich auf die Couch und verpennte den ganzen Tag ... Der Schlaf war in vielerlei Hinsicht notwendig.
Die letzten Tage waren zu hart für mich und meine Unachtsamkeit ist sicher darauf zurückzuführen, dass ich in den letzten Tagen kaum schlief und sehr unausgeglichen war. Es ist bedrückend zu sehen, dass ich mir täglich bewusst machen muss, dass mein Körper mir so klare Grenzen setzt, das es mich immer wieder aufs Neue schockiert, obwohl ichs ja besser wissen müsste.
Manchmal denke ich, ich habe es nicht verdient, dass mein sich nach Freiheit sehnender Geist in einem so eingeengten und kranken Körper befindet und ich versinke in mein dunkles Loch und würde am liebsten gar nichts mehr machen.
Aber dann gibts Momente, da nehme ich all meine Grenzen nicht wahr. Sie sind nicht existent ... Vielleicht ist das auch ein Verdrängen oder ein Schutzmechanismus. Sicherlich erwarte ich Viel von mir und bin zu mir auch sehr hart um die Leistung zu bringen, die ich bringen soll. Ja und nicht zu vergessen ... ich liebe meinen Job. Ich mache ihn gerne und mache ihn - denk ich - auch recht gut.
Schwieriges Dilemma: Physische Grenzen lassen sich nicht immer durch geistige Unabhängigkeit durchbrechen ... so sehr ichs mir anders wünsche ........
Manchmal kommt man den Verpflichtungen nicht aus. Am Donnerstag präsentierte mir unsere Grafikerin das Design (eine Woche zu spät) und ich ging an die Arbeit, das Grundgerüst dafür zu bauen. Für Laien bedeutet das, dass eine Webseite wie ein Haus gebaut wird. Zuerst ein grobes Gerüst und dann werden die Feinarbeiten - der Verputz, Dämmung etc. gemacht. Bei einer Webseite ist es ähnlich. Man stellt ein grobes Gerüst zusammen, das mit verschiedenfärbigen Flächen gefüllt werden um das Verhalten zueinander zu testen. Ich möchte nicht noch mehr ins Detail gehen, denn es wäre dann einfach zu viel und um diese Uhrzeit bin ich auch nicht mehr so in Trainerlaune.
Jedenfalls wirkte das Design anfangs recht überschaubar und leicht umzusetzen. Je mehr ich aber das Design in Augenschein nahm um so mehr erkannte ich, wie unglaublich schlampig es gemacht wurde. Das ärgert mich sehr, denn an mir bleibt die genaue Abmessung und letztendlich auch die Umsetzung hängen. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Grafikerin nicht mit Absicht solche irritierenden Maße verwendet, aber für mich wird es ein Hürdenlauf.
Als ich das Grundgerüst aufgestellt hab, begann ich die Bereiche einzuteilen: Hauptmenü, Submenü, Newsbereich und Inhalt. Alles schien recht klar und einfach zu werden. Schon bald stellte sich heraus, dass ihre Maße völlig anders, als die Meinigen waren, also musste ich improvisieren. Ich nahm von der Breite was weg und berechnete die inneren Maße neu. Das ging ne Weile so, bis ich heulend über der Tastatur zusammenklappte. In solchen Momenten hätte ich gerne etwas Gras oder einen Schlagball ....
Am Wochende tat ich nichts anderes, als die Startseite der gewünschten Seite abzumessen und um zu setzen. In einer langen Mail erklärte ich der Grafikerin dass die Maße nicht korrekt sind und dass sie gänzlich alle Linksdefinitionen nicht angegeben hat.
So, nun ist halb 12 und ich bin müde, überarbeitet, frustiert und mehr als schlecht gelaunt ... Ma, bin ich froh, dass das WE vorbei ist und ich morgen endlich wieder ins Equalizent darf und somit morgen offiziell nicht arbeiten muss ...